Tarik, 5 Jahre
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Einfache Maßnahmen helfen beim Abgewöhnen

Abschied von Nucki, Nulli oder Schnulli

Nuckeln führt zu Zahn- und Kieferfehlstellungen
Schnuller gehören heutzutage ebenso selbstverständlich zu jeder Grundausstattung für Babys wie ein Kinderbettchen, Windeln oder Strampelanzüge. Während der ersten beiden Lebensjahre nuckeln fast alle Babys, da sie über einen angeborenen Saugreflex verfügen.

Was ursprünglich zur Nahrungsaufnahme an der Mutterbrust, zur Beruhigung oder zum Einschlafen dient, weitet sich allerdings häufig zu einer mehrjährigen festen Angewohnheit der lieben Kleinen aus. Dabei bevorzugen einige Wonneproppen einen Schnuller, andere hingegen lutschen am Däumchen oder Finger, um ihrem natürlichen Saugbedürfnis nachzukommen.

Eltern sollten ihren Kindern das Nuckeln sehr behutsam abgewöhnen. Radikale Vorgehensweisen erschweren die völlige Loslösung von der Lutsch-Angewohnheit und setzen Kinder zusätzlich unter Stress. Ständiges Drohen und übertriebenes Einwirken von Großeltern, Bekannten und Verwandten steigern häufig die Attraktivität des Saugers.

Schnuller erfüllen eine Vielzahl von Funktionen:

  • Sie beruhigen, geben Geborgenheit und helfen beim Einschlafen. Eltern sollten sich ihrem kleinen Sprössling besonders in der Abgewöhnphase aufmerksam zuwenden und zeigen, dass sie immer da sind und viel Zuwendung geben. So kann er leichter auf den „Ersatz“ verzichten.
  • Es hilft, dem Kind den Schnuller lediglich zum Einschlafen zu geben. Während es schläft, können die Eltern die Einschlafhilfe entfernen. Am Tag und bei normalen Alltagssituationen sollte der Schnuller aus dem Blickfeld der Kleinen verschwinden, um so nicht zusätzlich Begehrlichkeiten zu wecken.
  • Kleine Ablenkungsmanöver bewirken Wunder. Sobald die lieben Kleinen zum Schnuller greifen, sollten Eltern die Kinder in ein Gespräch einbinden, ein Spiel beginnen. So gewinnen sie die Aufmerksamkeit und Gedanken an das Nuckeln verschwinden.
  • Kinder sind besonders ausgeglichen, wenn sie viel spielen, sich täglich an der frischen Luft bewegen und einem geregelten Tagesablauf nachgehen. Stimmen Lebensabläufe, verzichten sie auch öfter auf den beruhigenden Schnuller.

Als letzter Schritt hilft eine Verabschiedung des Schnullers, in dem Eltern zusammen mit dem Kind eine Zeremonie vorbereiten, indem sie gemeinsam den Schnuller entsorgen. Als kleine Belohnung dient ein Geschenk, um dem Kind die Trennung zu erleichtern. Loben Eltern ihr Kind, bestärkt dies die Absicht ohne Schnuller auszukommen.

Häufig stehen Eltern vor der Entscheidung: Schnuller oder Daumen?

Experten raten, einen Schnuller zu verwenden, da sein weiches Material und die anatomische Formung gesundheitliche Risiken mindern. Das Däumchen ist sehr hart und weist keine kiefergerechte Form auf, deshalb kommt es hier häufiger zu Zahn- und Kieferfehlstellungen. Zusätzlich führt das Lutschen am Daumen zur stärkeren Gewöhnung als beim Schnuller.

Aber auch beim Schnullerkauf gibt es einige Details zu beachten. Nur hochwertige Produkte gehören in die Babyausstattung, hier sollten Eltern den Nutzen vor optischen Gesichtspunkten abwägen. „Weitere wichtige Kriterien stellen eine angemessene Größe und dem Gaumen angepasste Form, wie beispielsweise eine anatomisch geformte Mulde im Saugteil, ausreichende Bewegungsfreiheit sowie ein optimaler Schnullerschaft dar“, führt Dr. Nesselrath aus.

Nicht zu unterschätzen: Tägliche Hygiene und regelmäßiger Austausch des geliebten Nuckelgegenstandes. Ebenfalls empfiehlt sich eine Kette zur Befestigung, damit der Schnuller nicht ständig zu Boden fällt.
Ab dem siebten bis achten Monat bekommen Babys ihre Zähnchen. Bereits jetzt führt intensives Nuckeln zu sensiblen Störungen in der Ausbildung des Gebisses, da bei Daumenlutschen und Standardschnullern enorme Kräfte auf Kiefer und Zähne wirken.

Über einen Zeitraum von ein bis zwei Jahren resultieren so aus frühen Schäden an Milchzähnen, die als Platzhalter für bleibende Zähne dienen, sowie aus Deformierungen an Unter- und Oberkiefer später massive Funktionsstörungen. Deshalb sollten Eltern mit ihren Kindern spätestens ab dem 3.Lebensjahr regelmäßig einen Kieferorthopäden aufsuchen.

Neben Beeinträchtigungen beim Sprechen, Beißen, Kauen oder Atmen begünstigt Nuckeln eine Vielzahl von Folgekrankheiten: Zahnfehlstellungen führen zu Karies, und Parodontose und frühem Zahnverlust. Kieferanomalien stehen weiterhin in Verbindung mit Kiefergelenksproblemen, die wiederum für Kopf- und Ohrenschmerzen sowie Verdauungs- wie auch Konzentrationsstörungen sorgen können. Insgesamt leidet die Entwicklung des Kindes erheblich“, sagt Dr. Achim Nesselrath.

Lutschgewohnheiten führen zu Veränderungen an Kiefer und Zähnen, die bereits im frühen Kindesalter massive Fehlstellungen und Zahnprobleme verursachen. „Fast zwei Drittel aller Anomalien entstehen durch Schnuller und Daumen.

Dadurch entstehen beispielsweise ein offener Biss oder Kreuzbiss, Rücklage des Unterkiefers sowie Zungenfehlfunktionen“, erklärt Dr. Achim Nesselrath, Fachzahnarzt für Kieferorthopädie aus Ratingen. Viele Eltern unterschätzen Gesundheitsgefahren durch Schnuller, Daumen & Co.


(Quelle: www.fibie.de)


 

 
 
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